Die Gemeinde Rommerskirchen spielt jetzt, so Laudator Manfred Holz, in einer Liga mit Amsterdam, Wien, Madrid, München und Dortmund. Natürlich nicht in Sachen Fußball und rundem Leder, sondern als „Fair Trade Town“. Denn um die entsprechende Ernennungsurkunde an Bürgermeister Dr. Martin Mertens sowie an Strukturwandelmanagerin Karolin Gathen und ihre gesamte Steuerungsgruppe zu übergeben, war der „Fair Trade“-Ehrenbotschafter an den Gillbach gekommen.
Der wies in seiner ebenso eloquenten wie humorvollen Ansprache darauf hin, dass Rommerskirchen nunmehr die Nummer 183 in Nordrhein-Westfalen und die Nummer 942 in Deutschland sei. Ja, das „Fair Trade Sigel“ würde in der „A-Note“ brillieren: Sein Bekanntheitsgrad liege prozentual in den 90ern. Nur in der „B-Note“ hapere es. Heißt: Bei der Kaufentscheidung würde noch allzu oft anders gehandelt.
„Nur wer etwas macht, hat auch die Macht. Denn die Moral hört nicht auf am Regal“, rief Manfred Holz seinen Zuhörern zu. Immerhin gebe es längst mehr als Kaffee und Schokolade aus fairem Handel, der Produzenten wie Arbeiter in allen Ländern der Welt fördere und unterstütze. Wachstumstreiber seien inzwischen die Blumen. Und selbst Gold gebe es „fair Trade“. Die Eheringe und die Ehen würden dann besonders gut halten, versprach der Laudator mit einem satten Lächeln.
Seine Schluss-Aufforderung lautete übrigens: „Kaufen Sie nur bio, fair, regional, saisonal“ und ein erster Schritt sei getan.
Bürgermeister Dr. Martin Mertens bedankte sich für Auszeichnung, lobte die engagierte und umsichtige Arbeit der Steuergruppe, forderte zu weiteren Anstrengungen in Sachen „Fair Trade“ auf. Karolin Gathen ergänzte: „Auf dem Weg zur ,Fair Trade Town“ haben ganz unterschiedliche Akteure zusammengearbeitet; aus Politik und Verwaltung, aus Schulen und Vereinen, aus dem Handel. Nur so war die Zertifizierung möglich.“
Zugleich erinnert sie an das aktuelle Motto der „Fairen Woche“. Das lautet „Fair handeln -Vielfalt erleben“. Biologische Vielfalt durch nachhaltige Landwirtschaft, die natürliche Ressourcen rund um den Globus schützt. Aber auch biologische Vielfalt hier direkt vor Ort, quasi zwischen Rhein, Erft und Gillbach. „Nachhaltigkeit ist eine gemeinsame Aufgabe, die viele Bereiche unseres (kommunalen) Handels betrifft“, so Gathen wörtlich.
Nach der Auszeichnung gab es Gelegenheit zum Netzwerken und Anstoßen … wahlweise mit Sekt oder Limetten-Wasser.


